Gedenkpfad „Tacheles – Das war nicht recht“ Erinnerung an die Geschehnisse im Frühjahr 1933 mit Gedenken an Pfarrer Hermann Umfrid in Niederstetten

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Projektträger:

Stadt Niederstetten

Projektbeschreibung:

Hermann Umfrid (geb. 20. Juni 1892 in Stuttgart; gestorben 21. Januar 1934 in Niederstetten) war ein deutscher evangelischer Pfarrer in der Stadt Niederstetten, der Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete und damit selbst zum Opfer wurde.

In einer Predigt Tag verurteilte Pfarrer Hermann Umfrid die Taten der Nationalsozialisten aufs Schärfste und erinnerte daran, dass die wahre Christenheit für Verbrechen dieser Art nicht einstehen dürfe. Nach seiner Predigt erhielt Umfrid eine Rüge vom Oberkirchenrat und wurde von den Nationalsozialisten drangsaliert. Er wurde verhört und mit KZ-Haft bedroht. Trotz des auf ihn ausgeübten Drucks hielt Umfrid an seiner Solidarität mit den Juden fest. Umfrid selbst erhielt allerdings von keiner Seite Unterstützung. Im Januar 1934 wurde er vom Kreisleiter zur Aufgabe seines Amtes aufgefordert.

Am 21. Januar 1934 nahm sich Umfrid schließlich das Leben, wohl auch, um seine Familie zu schützen.

Projektinhalt:

Das Projekt umfasst die Errichtung eines Gedenkpfades mit fünf Stationen im Zentrum der Stadt Niederstetten. Die Auswahl der fünf Stationen im örtlichen Kontext erfolgte anhand des eindeutigen Bezugs von Orten zur thematischen Ausrichtung des Gedenkpfades nationalsozialistische Herrschaft, die jüdische Gemeinde der Stadt und der ehemalige Pfarrer Hermann Umfrid. Der Einstieg in den Gedenkpfad ist an jeder Station möglich, da die einzelnen Stationen inhaltlich unabhängig sind und nicht aufeinander aufbauen.

Skizze einer Station des neuen Gedenkpfades
Bildquelle: Stadt Niederstetten

Projektziele:

  • Das Ziel des Gedenkpfades ist es, über Vergangenes zu informieren, Bezüge zur Gegenwart herzustellen und mögliche Handlungsoptionen für die Zukunft aufzuzeigen.
  • Gedenkpfad als Anstoß für eine aktive Erinnerungskultur.
  • Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zur Steigerung der Sensibilität der Menschen für die eigene regionale Geschichte.
  • Bewahrung und Entwicklung des kulturellen Erbes und der kulturhistorischen und kultursoziologischen Besonderheiten im Aktionsgebiet Hohenlohe-Tauber durch Entwicklung und Inwertsetzung der „verborgenen Schätze“.